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Schatten der Vergangenheit

Wo ist sie hin, die schöne Zeit,
Dies' Wunder so grell entzweit,
Ausradiert, vom Boden verschluckt,
Ich fühl' mich vom Schicksal angespuckt.
Die Zukunft fortgeweht,
Monsun, Orkan zerrissen die Liebe,
Nahmen sie hinweg wie Diebe,
Letztes Zucken...Hoffnung verlor'n.

All' Schönheit wich, der Horror kam,
Kranker Zwang dir die Luft nahm,
Nicht allein ich 's zerstört habe -
Auch du grubst mit am Grabe.
Erst der Anfang, doch schon das Ende,
Kein Paradies, nur diese Wende:
Was zuerst hat erfreut das Herz,
Entpuppte sich als bloßer Schmerz.

Hier liegen sie nun, unsere Rosen,
Am staubigen Boden, welk und blütenlos.
Zu heiß wollten sie ihre Pracht entfalten, zu nahe kamen sie sich,
Erschauderten und wurden welk, in ein paar Stunden bloß.
Ich wünsche dir das Beste, viel Glück auf deinen Wegen,
Was ich dann nicht vermochte - wer anders soll 's dir geben.

Ich kenne jetzt das "Wieso",
Es musste so kommen, ich seh' es ein,
Erinnerungen nur mehr blass,
Ich nun weder fleh' noch wein'.
Keine Pein spür' ich mehr,
Es ist verheilt, die Wunde zu,
Neue Kraft strömt in mir,
Und auch mein Zwang fand seine Ruh'.

Doch...
Auch wenn das Wir Geschichte ist,
Uns're Bahnen weiter geh'n,
Verfolgt mich zu gewisser Stunde,
Ein Schatten, reißt mir auf die Wunde,
Mit falscher Hand bohrt er sie an,
Versucht, ob er verletzen kann,
Erinnert mich, was wir hatten,
Und schreit voll Hohn mir in mein Herz:

"Die große Liebe...die größte Enttäuschung!
Das große Glück...der schlimmste Schmerz!"

Schatten der Vergangenheit, weiche!
Weiche...

  

V01.08.20
~ Bin federgeboren ~
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